Heiligenhäuschen

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Prozession an Fronleichnam – Geschichte der Heiligenhäuschen im Johannland

Viele stellen sich die Frage, wie sind die drei Heiligenhäuschen in Irmgarteichen entstanden? Bis kurz nach dem ersten Weltkrieg 1914/18 wurden an den markanten Punkten die I. Station „Auf dem Bortschert“, die II. Station „Saubrasen“, III. Station „Das krumme Stück“, und IV. Station „Dahlstück“ von Familien und Gruppen aufgebaut und geschmückt. Aber es gab noch keine wetterfesten Stationen oder Häuschen. Es mußte alles aus dem Dorf zusammengetragen werden und per Fuhrwerk zu den Plätzen gefahren werden. Starke Burschen trugen die holzgezimmerte Kanzel aus der Pfarrscheune auf den Saubrasen. Es war schon viel Arbeit bis das jede Gruppe ihre Altärchen geschmückt und aufgestellt hatte.

Wann diese kleine schöne Fronleichnamsprozession in Irmgarteichen entstanden ist, konnte noch nicht erforscht werden.

Auf den Bildern zu sehen - Heiligenhäuschen Nr. 3

Auf dem Pfarrberg, dem höchsten Berg in Irmgarteichen, bläst immer der Wind. Da ist es schwierig, im Freien die Blumen und Kerzen vor jedem Windstoß zu schützen. Es kam immer wieder der Gedanke auf, was Bleibendes zu bauen. Nun kam der Weltkrieg 1914/18 und alle Gedanken waren bei den Vätern und Söhnen im Krieg.

Artillerist Albert Bender aus Irmgarteichen stand schon an vorderster Front  und dachte oft an seine Heimat und an den Herrgott. Er kam in eine verzweifelte Lage und dachte schon an sein Ende. In dieser Not machte Bender ein Gelübde.

„Herrgott, wenn ich wieder gesund nach Hause komme, dann baue ich Dir ein Heiligenhäuschen ins Krumme Stück“.

Albert Bender kam aus dem schrecklichen Krieg zurück und realisierte seine Pläne. Der Platz war schon klar. 1920 war es soweit. Es entstand wirklich ein wunderschönes Heiligenhäuschen. Im Inneren war es ausgestattet mit einem herankommenden Engel, der einen Kelch in den Händen trug den er dem kniendem Heiland anreichte. Im Hintergrund ein einfaches Holzkreuz. Das ganze soll aussagen, daß der leidende Heiland den bitteren Kelch austrinken muß. Diese III. Station wurde 1962 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Eine neue moderne Bauweise ersetzt nun die alte Station. Die Figuren wurden unverändert in das neue Häuschen übernommen.

Die Station befindet sich heute nicht mehr in Familienbesitz.

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Tourismusbüro Stadt Netphen
S. Grübener